Sanitär- und Trinkwasseranlage für die Iyolwa Secondary School, Projektteil 1 - Iyolwa, Uganda

Steckbrief

 Standort: Iyolwa, Uganda
 Zielgruppe: 900 Schüler
 Finanzierung: TOOLS FOR LIFE Foundation
 Zeitraum: 01.2015 - 10.2015
 Budget: 19.000

Der erste Projektteil wurde erfolgreich abgeschlossen. Der Bau des Sanitärkomplexes konnte im anvisierten Zeitraum realisiert werden. Wir freuen uns sehr, dass das Bauvorhaben so toll gelaufen ist und auch zwei ROTHENBERGER Mitarbeiter im Rahmen der diesjährigen Mitarbeiterreise "Your commitment - Uganda 2015" ihren Teil zum Gelingen beigetragen haben. Mehr Informationen zu gesamten Projekt finden Sie im Blog der Engineers without borders.

Für den geplanten Aufbau Iyolwa Secondary School war es essentiell, eine grundlegende hygienische Versorgung und Trinkwasserbereitstellung zu schaffen. Dafür fehlten vor Ort jedoch Fachwissen und finanzielle Mittel für technische Lösungen. Die Projektgruppe Uganda der “Engineers without borders“ arbeitete seit März 2015 an der Planung und Dimensionierung sanitärer Einrichtungen sowie einer Trinkwasseranlage. Die Umsetzung des Vorhabens gliedert sich in zwei Projektteile: Zuerst wurde der Sanitärkomplex mit Trockentoiletten und Nasszellen gebaut und im kommenden Jahr wird eine Zisterne mit Wasserfilter für Trink- und Brauchwasser installiert werden.

Projektteil 1: Errichtung des Sanitärkomplexes (Sommer 2015)
Im ersten Projektabschnitt wird der Bau eines modular erweiterbaren Sanitärkomplexes, bestehend aus Trockentoiletten und Duschräumen realisiert. Der Komplex ist in zwei Teilhälften für Mädchen und Jungen unterteilt und umfasst insgesamt neun Trockentoiletten, sechs Duschkabinen und sechs Handwaschbecken. Die Kalkulation der Toiletten beruht auf Empfehlung der WHO, welche vier Toiletten pro 100 Schüler vorsieht. Das Prinzip der Trockentoiletten basiert auf der Trennung von Urin und Fäkalien durch eine spezielle Form der Auffangschüssel der in Afrika häufig verwendeten Hocktoilette. Vorteil des Konzepts gegenüber der vor Ort üblichen Latrinen ist der Schutz des Grundwassers, da in den getrennt aufgefangenen Fäkalien nach der Trocknung keine Keime mehr enthalten sind, die ins Erdreich gelangen können. Zusätzlich können die getrockneten Fäkalien als Dünger für die Landwirtschaft eingesetzt werden. Außerdem entsteht bei Trockentoiletten nur eine geringe Geruchsbelastung. Toiletten mit Wasserspülung sind wegen Wasserknappheit und einer zusätzlich benötigten Stromversorgung nicht geeignet und ihre Umsetzung wäre deutlich teurer.

Um bessere Hygiene für die Schüler zu erreichen, werden zudem aus Regenwasser gespeiste Handwaschbecken angebracht. Das Regenwasser wird über die Dachfläche des Sanitärkomplexes gesammelt. Vorbereitend für den zweiten Projektabschnitt werden zusätzlich Duschkabinen errichtet, die bis zur vollständigen Installation im nächsten Projektabschnitt, nach der ortsüblichen Duschmethode mit Waschschüsseln genutzt werden können. Für die Umsetzung des ersten Abschnittes werden demnach keine Pumpen, sondern lediglich eine Stromversorgung für die Beleuchtung mit LED-Lampen benötigt. Dazu wird eine kleine PV-Anlage installiert, die für den zweiten Projektabschnitt erweitert wird, um ebenfalls die Pumpe betreiben zu können. Aus Energiespargründen werden die LEDs mittels zeitgesteuerter Schaltung betrieben. So kann verhindert werden, dass die Lampen unnötig lange brennen.

Projektteil 2: Installation einer Zisterne und eines Wasserfilters (Sommer 2016)
Zusätzlich zu einer Ausstattung mit sanitären Einrichtungen ist ein Schwerpunkt unserer Projektarbeit die Trinkwasserversorgung der Schüler. Es wird sowohl für das Brauch- als auch das Trinkwasser eine gemeinsame Regenwasserzisterne gebaut, aus der die jeweils benötigten Wassermengen entnommen werden können. Dabei liegt bei Wasserknappheit eine höhere Priorität auf der Bereitstellung von Trinkwasser, sodass eine Verschwendung von Wasser ausgeschlossen werden kann.

Auf der einen Seite erfolgt die Aufarbeitung des Trinkwassers nach einem bereits bewährten Konzept unseres vorherigen Projektes an der Ssama Primary School, das 2014 abgeschlossen wurde. Auf der anderen Seite bietet die Zisterne Kapazitäten, um Brauchwasser für die Duschen zur Verfügung zu stellen. Wasser aus der Zisterne wird dazu in die im ersten Projektteil noch direkt mit Regenwasser gespeisten Wassertanks gepumpt.

Hintergrund

Pabone, der Standort der Secondary School, ist eine von vier Gemeinden im Unterbezirk Iyolwa im Distrikt Tororo und befindet sich etwa 200 km östlich der Hauptstadt Kampala. Iyolwa hat ungefähr 34.600 Einwohner und die Gegend ist weitgehend durch Landwirtschaft geprägt. Eine öffentliche Wasserversorgung gibt es nicht. Die Leute benutzen entweder Regenwasser, holen Wasser von öffentlichen Brunnen oder bohren Wasserlöcher. Oft ist dieses Wasser verunreinigt und verursacht Krankheiten.

Im Unterbezirk Iyolwa gibt es sieben überfüllte Primary Schools. Die Gemeinde Pabone, mit über 4.000 Kindern, hat momentan keine Primary School. Secondary Schools fehlen im gesamten Unterbezirk. Von 10.500 potenziellen Schülern in Iyolwa, gehen etwa die Hälfte tatsächlich zur Schule. Das von uns unterstützte FOSTER Projekt besteht zunächst aus dem Bau einer Secondary School für 900 Schüler, woraufhin die Errichtung einer Primary School für 1100 Schüler und einer Krankenstation mit 20 Betten und einer Entbindungsstation geplant ist. Der Aufbau der Krankenstation ist nicht nur für die Schule, sondern auch für die Umgebung zur grundlegenden Versorgung notwendig. Mit dem Bau der Secondary School wurde bereits begonnen, sie befindet sich derzeit in der Aufbauphase.

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