Solarstrom für die neue Gesundheitsstation - Chbar Chros Village, Kambodscha

Steckbrief

 Standort: Chbar Chros Village, Kambodscha
 Zielgruppe: Alle Bewohner des Dorfs und seiner Umgebung
 Partner: Stiftung Solarenergie, NGO Camkids
 Finanzierung: TOOLS FOR LIFE Foundation
 Zeitraum: 12.2015 - 05.2016
 Budget: ca. 12.000

Die Gesundheitsversorgung auf dem Land in Kambodscha ist sehr schwierig (s. Hintergrund). Deshalb unterstützt TOOLS FOR LIFE das Solarprojekt der Stiftung Solarenergie. Ziel des Projektes ist es, gemeinsam mit dem lokalen Projektpartner, der NGO Camkids, die Gesundheitsstation des ersten Solardorfs in Chbar Chros im ländlichen Kambodscha auszustatten.

Die Gesundheitsstation in Chbar Chros ist in erster Linie zuständig für die umliegenden Dörfer, doch auch von weiter entfernt kommen Menschen dorthin zur Behandlung. Das nächste Bezirkskrankenhaus (Regional Hospital) ist 25 km entfernt. Die Transportkosten sind für die Menschen fast unerschwinglich, daher sind sie auf eine Versorgung in der Station dort angewiesen.
In der Station arbeiten eine Hebamme und eine Krankenschwester. Diese sind zuständig für die Grundversorgung:
- Diagnose und Behandlung von leichter behandelbaren Krankheiten (Fieber, Wurmbehandlung, Durchfallerkrankung, Typhus)
- Ausgabe von kostenloser leicht lagerbarerer Standardmedizin (wie z. B. Paracetamol)
- Versorgung nach Unfällen
- Betreuung und Schwangerschaft und Geburt
Unterstützt durch Camkids ist einmal pro Monat ein zahnmedizinisches Team für drei Tage vor Ort. Alle zwei Monate kommt ein Arzt, um schwerere Fälle zu behandeln und zu versorgen, sowie auch spezielle Medikamente zu verteilen.

Durch die mangelnde und unzuverlässige Elektrizität die Situation in der Gesundheitsstation nach sehr schwierig:
- Die Station ist nur bei Tageslicht geöffnet.
- Eine Versorgung nach Einbruch der Dunkelheit ist nur in minimalem Umfang möglich.
- Nächtliche Hausbesuche sind problematisch aufgrund fehlender Handlampen.
- Das Personal fühlt sich in einer dunkel liegenden Station unsicher, denn das Risiko von Überfällen oder Übergriffen ist dort relativ hoch.
- Impfungen und eine adäquate Lagerung von Medikamenten sind schwierig, da in der Station keine Kühlmöglichkeit besteht.

Die Stiftung Solarenergie möchte die Gesundheitsstation in Chbar Chros mit solarem Licht und Strom ausstatten und vor allem für Frauen und Kinder dort, die Hauptleidtragenden, die Situation verbessern und die Probleme eindämmen.

Die Grundausstattung besteht aus:
- Solarkühlschrank zur Kühlung von Medikamenten und Impfstoffen
- Fest installiertes Solarlicht für die Behandlungs- und Personalräume
- Sicherheitslicht im Außenbereich
- Solare Stirnlampe für starkes konzentriertes Licht
- Mobile Solarlampen für den Außeneinsatz/Hausbesuche
- Fetaldoppler zur Ultraschallvorsorge bei Schwangeren
- Batterieladegerät für Mobiltelefone, Doppler, Stirnlampe
- Fieberthermometer
- Blutdruckmessgerät

Mit Solarenergie wird möglich:
- Notfallversorgung rund um die Uhr
- Bessere Geburtsvorsorge und Betreuung
- Sachgerechte Lagerung von Medikamenten und Impfstoffen
- Verbesserte Behandlungsmöglichkeit
- Höhere Sicherheit

Das Projekt soll Hilfe zur Selbsthilfe ermöglichen, gleichzeitig möchten wir die Menschen vor Ort aber nicht allein lassen, falls Hilfe und Unterstützung notwendig sind. Wir legen sehr großen Wert auf eine nachhaltige Umsetzung, da wir sonst keine langfristige Hilfe darin sehen.

Hintergrund

Kambodscha gehört nach wie vor der Gruppe der Least Developed Countries (LDC) an1. Seit dem offiziellen Ende der Bürgerkriegs in Kambodscha im Jahr 1998, hat das Land zwar einen wirtschaft-lichen Fortschritt erfahren und die Armutsquote konnte in den vergangenen Jahren deutlich re-duziert werden konnte, doch leben 40% der Kambodschaner unterhalb der Armutsgrenze. Davon leben die meisten in abgelegenen Regionen auf dem Land – Fehlende Infrastruktur und die schlechte wirtschaftliche Lage erschweren die dortigen Bedingungen zudem. Bestimmend für den Status als LDC sind Entwicklungsdefizite unter anderem bei Gesundheitsversorgung. Auf dem Land gibt es oft kilometerweit gar keine medizinische Hilfe. Ein Arzt ist im Schnitt für 10.000–20.000 Patienten zuständig und diese arbeiten meist in den Städten. Für die ländliche Bevölkerung leisten Hebammen und Pflegepersonal in Gesundheitsstationen eine Grundversorgung. Ein großes Problem ist fehlendes Licht und Kühlung. So kann das Personal dort den ohnehin schon vielen zu versorgenden Patienten kaum gerecht werden- einerseits durch die zeitliche Einschränkung andererseits durch die medizinische Unterversorgung. Medikamente, mit denen einfache Krankheiten geheilt werden könnten, können nicht gelagert werden, genauso wenig die Impfstoffe in ausreichendem Umfang. Vor allem Kinder sind die Leidtragenden.

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